Wallfahrtsort MARIENBAUM seit 1430     
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Die Wallfahrtskirche

zum herunterladen hier zunächst eine Handreichung, die als Druck in der Kirche ausliegt:
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Wer die von außen relativ unscheinbare Kirche betritt, ist sofort fasziniert von ihrem Innenraum, dessen Atmosphäre noch heute geprägt ist durch das Birgittendoppelkloster, das von 1460 bis zu seiner Auflösung im Jahre 1801 an dieser Stelle war. 72 Birgittinessen und Birgittiner lebten hier und widmeten sich in strenger Klausur dem Gebet und der Arbeit.
Auf dem Hochaltar stand 400 Jahre lang das Gnadenbild - Maria, Zuflucht der Sünder - zur Verehrung durch die Ordensleute und durch die Pilger. Heute sehen wir die kleine Marienstatue vorne links im Marienaltar.


Die aus dem frühen 15. Jhdt. stammende Sandsteinfigur ist ein qualitätvolles Werk der kölnischen Schule. Die Marienfigur war früher kostbar bekleidet. In den Kriegswirren ging die Bekleidung jedoch verloren.

Auffällig ist in dem Renaissance- Hauptaltar das prachtvolle Gemälde, das die Heiligen drei Könige darstellt. Dieses von Barthel de Bruyn aus dem Jahre 1525 stammende und signierte Ölgemälde ist in verschiedener Hinsicht interessant:


Der vor dem Christuskind kniende König ist der damalige clevische Herzog, der seine üppige Kleiderpracht zur Schau stellt.
Im Hintergrund sehen wir die Schwanenburg von Cleve in ihrer damaligen Ansicht. Einen Hieb auf das unrühmliche, mittelalterliche Ablasswesen entdecken wir in der Gestalt des Hl. Josef, der seitlich das Geld zu zählen scheint, das die Krippenbesucher wohl mitgebracht haben.


Ebenso von Barthel de Bruyn stammt das auf der rechten Chorseite hängende Weihnachtsgemälde, das die Geburt Christi und die heraneilenden Hirten und Engelscharen darstellt.
Während ursprünglich die kleine Kirche – das heutige Chor – auf den Titel Unsere Liebe Frau und der Heilige Johannes geweiht war (noch sichtbar auf einem alten Fresco hinter dem Hochaltar), erhielt die Kirche in der Barockzeit den Titel Mariae-Himmelfahrt.


Hierauf weist das Mariae-Himmelfahrts-Gemälde hin, das aus jener Zeit stammt und ebenso im Chorbereich vorne rechts hängt.
Auf der linken Seite – schwer sichtbar vom Kirchenraum aus - sehen wir hinter dem Renaissance-Chorgestühl der Birgittenmönche eine bleiverglaste Reliquienwand.


In der Mitte hängt dort eine aus dem 17.Jhdt. stammende Holztafel, die die Hl. Birgitta beim Aufschreiben ihrer Eingebungen darstellt.
Die vielen Reliquien in diversen Formen, die aus dem Mittelalter stammen, sind alle mit roter Tinte auf Pergament beschriftet. Die Autentik (Echtheitsbriefe) sind leider verlorengegangen.


Der rechte Seitenaltar - mit einer alten vergoldeten Rosenkranzschnitzerei oben - ist der Hl. Birgitta gewidmet und stellt sie bei einer Vision dar.


Seitlich finden wir die Kalksteinfigur Jesus auf dem kalten Stein aus dem Jahre 1509, die früher im Kreuzgang der Mönche stand und sie bei eigener Wehleidigkeit an die Leiden des Herrn erinnern sollte.
Auf der linken Kirchenseite sehen wir neben dem Gnadenbildaltar ein frühbarockes Ölgemälde, das den Brückenheiligen Nepomuk – auch Patron der Beichtväter - darstellt.


Nach der Legende wurde er auf Geheiß des Königs von Prag gefesselt in die Moldau geworfen, weil er sich weigerte, dem König zu verraten, was die Königin beichtete. An der Stelle, wo er in den Fluss geworfen wurde, sollen 5 Diamanten aufgeblitzt sein, die man in seinem Heiligenschein wieder findet.
Im hinteren Bereich der Kirche finden wir noch verschiedene Gemälde aus der frühen Barockzeit.


Neben einem in neuerer Zeit gestifteten Mariae-Himmelfahrtsbild sehen wir ein großes Pfingstgemälde und ein gleich großes Kreuzigungsbild mit Maria und Johannes.


Noch vor 20 Jahren wurden die 5 großen Gemälde entsprechend der liturgischen Jahreszeit in den Hochaltar eingestellt. Um Schäden zu vermeiden, geschieht dies nicht mehr.

An der Rückwand des Kirchenschiffes entdecken wir einen ganz schlichten Grabstein.


Nach der lateinischen Inschrift war es der letzte Prior des Klosters und der erste Pfarrer der Kirchengemeinde Marienbaum Pater Thaddäus van den Berck, der laut Archiv am 26. Dezember 1746 in Uden geboren wurde und im Jahre 1810 am Fest der Erscheinung des Herrn im Alter von 63 Jahren an waaterachtige borstqual verstarb.


Die Marienbaumer Hungertücher

Die frühesten erhaltenen Hungertücher entstammen dem 12. und 13. Jahrhundert. Die meisten noch erhaltenen gehen auf das späte 16. und frühe 17. Jhdt zurück.
Die Marienbaumer Fastentücher sind auf das Jahr 1640 zu datieren und wurden von den Birgittenschwestern verfertigt. Ihren Ursprung haben die Hungertücher in der im Mittelalter üblichen Verhüllung des Altares während der Fastenzeit. Es war gleichzeitig ein sogen. Augenfasten.


Das große Hungertuch

ist genau passend für den Marienbaumer Hochaltar erstellt worden, der der gleichen Zeit entstammt. Beide Tücher sind reine Filetarbeiten: Die Flächen der Bilder sind gestopft u. die Innenzeichnung erfolgt durch Leermaschen.


Das kleinere Hungertuch

enthält die Darstellung vom Weltgericht. Dieses Thema findet sich nur in Marienbaum. Christus thront auf dem Regenbogen, einem alten Bündnissymbol Gottes mit den Menschen.
Links und rechts befinden sich Johannes und Maria und zwei Engel, die das Kreuz bzw. eine Geißelsäule tragen. Vier Posaunen blasende Engel rufen zum Weltgericht: Erhebt Euch ihr Toten, kommt zum Gericht!


Das große Hungertuch

mit den Maßen 5,70 x 4,55 m ist eine selten gekonnte, künstlerische Darstellung: Wie das Kreuz zentrales Symbol der Fastenzeit und besonders der Karwoche ist, so findet es sich im Mittelpunkt des Tuches. Rechts, links und darüber birgt das Tuch eine Mischung von symbolhaften und bildlichen Darstellungen der Passion.
Die äußerst feine und ausgewogene Zeichnung verrät die Nachbarschaft zur hohen niederländischen Kunst.
Einzelheiten können nur kurz genannt werden: die vier Evangelistensymbole, die dreißig Silberlinge, die Verteilung der Kleider Christi, der Hahn als Verrat Petri, die Dornenkrone, das himmlische Jerusalem in Form einer mittelalterlichen Stadt u. gegenüber der Garten Gethsemani. Die Figur der Schmerzensmutter unten auf dem Rand des Grabes Christi im mittelalterlichen Typ eines Vesperbildes gilt als schönste Darstellung der Marienklage auf einem Fastentuch. Die Bildüberschrift lautet: Schaut auf den Urheber und Vollender unseres Glaubens, Jesus Christus. Die Bildunterschrift Ich bin der wahre Weinstock.


Eucharistische Anbetung

Das ganze Jahr bis auf wenige Ausnahmen ist vor allen Abendgottesdiensten und an Sonntagen von 16:00 Uhr bis 17:30 Uhr die Gelegenheit zu stillen eucharistischen Anbetung.



Glockenspiel


Das renovierte Glockenspiel im Turm ist eine einmalige Besonderheit der Wallfahrtskirche, in dessen Turm 7 Glocken dank einer Stiftung hängen. Die mächtigen Glocken werden mit einer speziellen Technik angeschlagen und können insgesamt 26 kirchliche Lieder zum Klingen bringen. Unser Glockenspiel ertönt täglich um 10/55 Uhr und um 16/55 Uhr hören. Die Lieder werden entsprechend der liturgischen Jahreszeit ausgewählt.


Marienbaum
einer der ältesten Marienwallfahrtsorte am Niederrhein

Kontakt Wallfahrtsbüro
Pfarrer Wolfgang Derix
Wallfahrtssekretärin Cornelia Krämer
Klosterstrasse 23, 46509 Xanten-Marienbaum
Telefon: 02804 / 370
Fax: 02804 / 8289
werktags: 08:00 - 12:00 Uhr

Sakristanin Schwester Ansa
Telefon: 02804/181957
Organist Gereon Düsterhus
Telefon: 0281/2062187
Friedhofsgärtner Heinrich Janssen
Telefon:0152/06249311

Geschichte / Wallfahrtskirche
Nach der Überlieferung findet ein kranker Schafhirte im Jahre 1430 in einer Eiche die kleine Muttergottesstatue und wird gesund.
Schon bald pilgern viele Menschen zu dem Muttergottesbild.
1438/41 wird bereits unter dem Patronat des Clever Herzogs Adolph I. eine Kapelle gebaut.


Das Langhaus
wurde 1712/14 nach Abbruch der Vorgängerkirche errichtet.
Emporen mit Chorgestühl aus dem 15.Jahrhundert
Marienaltar: Gnadenbild „Maria Zuflucht der Sünder“, Figur niederrheinische Arbeit, frühes 14.Jahrhundert.
Birgittenaltar: Vision der hl. Birgitta, daneben Schmerzensmann von 1509


Chorraum
Apostel/Engel-Blumenfresken um 1460
Sakramentenhäuschen mit romanischen und gotischen Elementen
Hochaltar: Steinerne Mensa 1441, darüber 3-stöckiger Holzaufbau um 1600
Chorgestühl: unterer Teil 15.Jahrhundert
Oberteil 16.Jahrhundert, diente dem Chorgebet der Birgitten-Mönche










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Gottesdienste:
Dienstag09:00
jeden 1. u. 3. Di. für gesamte Grundschule
Mittwoch09:00
Mittwoch auf Pilgerwunsch eine zus. Messe
Donnerstag18.30
Freitag18.30
Samstag17.00
Sonntag09.30
Stille Anbetung vor dem Allerheiligsten vor Abendmessen und sonntags von 16:00 - 17:30 Uhr